Züri Metzgete

Die Züri Metzgete versprach zur hundertsten Austragung jede Menge Laktat. Die Sonne schien satt, Trikotabdrücke auf Armen und Beinen waren programmiert. In unserer Kategorie «Race» gab es zwei Runden zu fahren – insgesamt 106 Kilometer und 1200 Höhenmeter. Das Rennen verläuft fast immer nach dem gleichen Muster: Der Anfang ist flach und schnell, dort bleibt das Feld zusammen. Die erste Selektion erfolgt am Siglistorfer. Um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren, ist eine gute Positionierung matchentscheidend. Erwartungsgemäss wurde das Peloton am Siglistorfer gesprengt, und ich erhielt bei 20 Steigungsprozenten die erste Laktatdusche des Tages. Der nächste Härtetest folgte am Regensberg. Dieser ist weniger Steil, dafür etwas länger. Nach der Abfahrt war die erste Runde geschafft, es ging in die zweite.

Ruedy und ich behaupteten uns zu diesem Zeitpunkt in der Spitzengruppe (oder wie Einwohner einer unbequemen Fussballnation sagen: Tête de la Course), bis der Pannenteufel den Ruedy ärgerte. Kette runter, statt Kette rechts – schon hatte er den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Nach dem überraschenden Ausscheiden von Spanien und England, nun Ruedy. Es gibt Tage. Und es gibt Tage. Für mich ging es weiter.

Im Flachen geschah wenig. Auch bei der zweiten Passage des Siglistorfer passierte nichts – Kräftesparen für das Grande Finale am Regensberg war angesagt. Unten angekommen, eskalierte die Situation ziemlich schnell: Von Anfang an wurden Attacken gefahren, drei Gruppen setzten sich erfolgreich ab. Ich war in der dritten. Vor uns waren vier Fahrer entwischt, die den Tagessieg unter sich ausmachten. Mit der Gruppe fuhren wir die letzten flachen Kilometer bis zur Flamme Rouge. Im Sprint um Rang 5 hatte ich keinen Saft mehr. So gab ich mich mit dem 9. Schlussrang zufrieden.

Die VCP-Fahrer erzielten folgende Platzierungen: 9. Christoph Hirter, 14. Laszlo Kostyak, 15. Andreas Ochsner, 80. Jan Leibundgut, 81. Daniel Meyer, 183. De Montmollin Arnaud, DNF Ruedy Bollack.

Kette rechts, Christoph