Emanuel Müller wird Zweiter am Bergrennen Netstal – Richisau

Emanuel Müller ist sehr guter Zweiter geworden am Bergrennen Netstal-Richisau. Hier sein Bericht:

Kurzes Brichtli vom 2. Bergrennen im Glarnerland. Nach langem Werweisen habe ich mich doch noch entschlossen, am Mittwochabend das Rennen von Netstal hinauf nach Richisau zu bestreiten. Der schönen Strecke konnte ich einfach nicht widerstehen. Der Sieg war natürlich klar das Ziel und ich erhoffte mir dieses Mal etwas mehr Konkurrenz. Um letzteres musste ich mir keine Sorgen machen. Gleich bei der Startnummernausgabe wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass die Bike-Nationalmannschaft am Start ist. Leicht werde ich es dieses Mal nicht haben. Das verspricht ja ein spannendes Rennen zu werden.
Die Strecke ist sehr attraktiv, nicht nur landschaftlich, auch vom Streckenprofil. Die ersten 5 km steigen bis zum Klöntalersee an, es folgen 5 flache Kilometer dem See entlang und am Schluss wartet eine 3.5 km lange Steigung nach Richisau: Total 13.5 km mit 620 Hm.
Nach dem Start formierte sich mit mir bald eine 3er Spitzengruppe, Plötztlich erkannte ich am Strassenrand meinen Götti, der mich anfeuerte. Welch Überraschung, wurde er wohl von meinem Vater informiert, dass ich am Start bin. Bald hatte ich nur noch einen Konkurrenten an meiner Seite. Beim Aufstieg zum Klöntalersee war ich noch optimistisch, dass ich das Ding nach Hause fahre. Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass mein Gegner (Fabian Giger) mehr leiden musste als ich. Vermutlich aber eine Fehlinterpretation. Ich habe meinen Gegner wohl etwas zu stark unterschätzt, denn nach guter Zusammenarbeit dem Klöntalersee entlang, hat er zu Beginn der Schlusssteigung ein unangenehm hohes Tempo angeschlagen, dem ich nur mit Mühe folgen konnte. Da merkte ich, dass er mindestens noch über so viele Reserven verfügt wie ich. Als er Tempo rausnahm, habe ich dann versucht einen Angriff zu starten, musste aber bald erkennen, dass es nicht reichen wird, ihn abzuhängen. Stattdessen musste ich anschliessend reissen lassen, als er das Tempo erneut erhöhte. Seinen Vorsprung von gut 10s konnte er dann bis ins Ziel verteidigen. Heute wollte es also nicht klappen mit einem weiteren Sieg. Der Gegner war heute zu stark und meine Tagesform nicht die Beste. Das zeigt auch einen Blick auf die berechnete Leistung: 320 Watt spuckt das Tool aus, wobei ich einen Teil der Strecke im Windschatten fuhr, also effektiv wohl noch weniger Watt gefahren bin. Die NP dürfte relativ zur Durchschnittswattzahl dieses Mal etwas höher liegen als sonst wegen dem unregelmässigen Streckenprofil und der zahlreichen Tempoverschärfungen. Trotzdem: Vor einer Woche war ich für 20 Minuten mit ca. 365 Watt unterwegs und heute ca. 45 Watt weniger wobei das Rennen heute nur 13 Minuten länger war. Das zeigt klar, dass die Form letzte Woche besser war. Die Teilnahme hat sich für mich aber dennoch gelohnt. Es zählt ja nicht immer nur die Leistung, sondern auch das Erlebnis.

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