Der VCP an der Tour de France 2017

3 Jahre ist es her, als ein paar begeisterte VCPler sich in Basel trafen und in die Vogesen fuhren, um die damalige TdF-Etappe nach Mulhouse live zu erleben. Via Altkirch, Thann sind wir auf den Le Markstein gefahren, um dort die Profis anzufeuern. Unvergesslich waren die lausigen Wetterbedingungen an jenem Tag. Regen, Wind und Temperaturen um 10°C liessen uns frieren, fast 2 Stunden lang im Tenue kurz-kurz, nur um für einen kurzen Moment die Profis vorbeihuschen zu sehen. Das war schon grenzwertig, aber wenn die Tour kommt, ist man ja auch gerne bereit ein Opfer zu bringen, genauso wie die Tour von den Fahrern alles abverlangt.

Letztes Jahr war es angenehmer und nicht weniger spektakulär: Im eigenen Lande konnte der grösste jährlich wiederkehrende Sportanlass der Welt besucht werden. Bei über 30°C hatten die Profis mit dem Col de la Forclaz und der Schlusssteigung zum Stausee Emosson ein äusserst anspruchvolles Finale zu meistern.

Und dieses Jahr? Die TdF kam wieder in die Vogesen und machte Halt in „La Planche des belles filles“. Nicht zum ersten Mal. Für mich und einige Teamkollegen war es wiederum eine tolle Gelegenheit die Tour zu besuchen und dabei gleich mit einer Vogesen-Radtour zu kombinieren.

Die ersten 35 Anfahrtskilometer nach Mulhouse haben sich viele gespart bis auf Michus und Nicole, die den Ehrgeiz hatten den ganzen Weg pedalend zu bewältigen. So sind wir dann gemeinsam von Mulhouse in einer ca. 10 Personen umfassenden Gruppe Richtung Westen gefahren. Jean-Martin konnte uns dabei erfolgreich aus der unübersichtlichen Stadt lotsen und uns auf den richtigen Weg bringen. Nach ca. 30 km haben wir mit dem Ort Masevaux die Vogesen erreicht und gelangten auf einem sehr schönen Radweg weiter nach Sewen, von wo der Aufstieg zum Ballon d’Alsace beginnt. Der untere Teil dieses Aufstiegs ist ein Traum, hat es doch in kurzen Abständen einige Spitzkehren in der geschwungenen Strasse. Die tolle Streckenführung wird zudem von der schönen typischen Vogesen-Landschaft aufgewertet. Nach dem ca. 700 Hm langen Aufstieg erreichten wir dann auf einer Höhe von 1170 m.ü.M den Ballon d’Alsace und wurden mit einer fantastischen Weitsicht belohnt. Zahlreiche Imbissbuden und Gartencafés luden dort oben für eine ausgedehnte Mittagspause ein und wie wir alle wissen ist das Tanken von Kalorien am schönsten, wenn man sie vorher radfahrend verbraucht hat und zum Schleuderpreis erwerben kann. Pommes für 2.50 Euro, ein Kaffee für 1 Euro. Wir haben gleich mehrfach davon genommen.

Hinunter ging es danach nach Le Thillot, von wo der zweite lange Aufstieg des Tages auf den Ballon de Servance in Angriff genommen wurde. Die ersten 300 Höhenmeter dieses Anstiegs führten auf den Col des Croix. Wir befanden uns hier auf der Originalstrecke der Tour de France! Die Strecke war schon gesperrt. Die Weiterfahrt via Ballon de Servance konnten wir aber wie geplant fortsetzen, da sie nicht von der Tour befahren wurde. So konnten wir noch weitere ca. 400 Höhenmeter in bewaldetem Gebiet zurücklegen was uns bei der Hitze nur recht war. Erstaunlicherweise war es auf dieser Strasse gespenstisch ruhig, obwohl wir hier nur wenige Kilometer vom Etappenort entfernt waren. Nach der Abfahrt, am Fuss der Schlusssteigung zu „La planche des belles filles“ angelangt, herrschte aber ein ganz anderes Bild: Menschen en masse. Man merkte, es geht hier um etwas Grosses. Die Tour kommt. 200-300 Meter weiter oben haben wir uns am Strassenrand positioniert und uns erst mal die Werbekarawane angeschaut: Ein fast endloser Tross von Fahrzeugen, aber genug unterhaltsam um von Anfang bis zum Schluss zuzuschauen. Dann endlich kam das Fluchtduo, von dem wir zuvor unten auf der Grossleinwand erfahren haben. Klassiker-Ass Philippe Gilbert und sein Begleiter kämpften sich in der sengenden Hitze den Berg hoch. Der Vorsprung war aber zu klein, um sich vor den Bergspezialisten ins Ziel zu retten. Unten auf der Grossleinwand konnten wir dann noch miterleben, wie Fabio Aru die Etappe gewann.

Die gemeinsame Heimfahrt gestaltete sich dann ein wenig chaotisch, haben wir es doch versäumt vorher einen Treffpunkt zu vereinbaren. Bei so vielen Menschen verliert man schnell einmal den Überblick, wer bereits schon abgefahren ist und wer noch auf die anderen wartet.

In einer etwas kleineren Gruppengrösse ging es dann zurück Richtung Basel, wo einige von uns aufgrund fehlender Motivation und anstehenden Rennen bereits in Altkirch den Zug nahmen und sich somit die letzten 35 Kilometer schenkten. Ein ereignisreicher Tag war es allemal mit vielen Kilometern, schönen Vogesen-Anstiegen und TdF-Spektakel. Wir kommen gerne wieder!

Anbei noch ein paar Bilder zu unserem Ausflug:

 

tdf1 tdf2

Der schöne Blick vom Ballon d‘Alsace

Der schöne Blick vom Ballon d‘Alsace

Oben auf dem Ballon d’Alsace, wo wir die Mittagspause einlegten

Oben auf dem Ballon d’Alsace, wo wir die Mittagspause einlegten

Auf zum Ballon de Servance

Auf zum Ballon de Servance

Der VCP zügig unterwegs am Ballon de Servance

Der VCP zügig unterwegs am Ballon de Servance

tdf7

Menschen säumen die Strasse zu „La Planche des belles filles“

Menschen säumen die Strasse zu „La Planche des belles filles“

La carawane du Tour de France

La carawane du Tour de France

Flandern- und Amstel-Sieger Philippe Gilbert

Flandern- und Amstel-Sieger Philippe Gilbert

Die Verfolger mit Kwiatkowski und Stybar

Die Verfolger mit Kwiatkowski und Stybar

Das Hauptfeld

Das Hauptfeld

Vor und nach der Durchfahrt der Profis hielt einem die Grossleinwand auf dem Laufenden

Vor und nach der Durchfahrt der Profis hielt einem die Grossleinwand auf dem Laufenden