Unser Vorzeigemitglied Emanuel Müller konnte bei der gestrigen Berner Rundfahrt wiederholt ein hervorragendes Resultat erzielen: Er wurde 5. im Race 3 über 101 km und hat die Bergwertung gewonnen! Der Vorstand gratuliert ihm herzlich und wir hoffen, dass die erfolgreiche Rennsaison für unseren Verein weitergeht.

Im Race 2 über 67 km haben sich der Vizepräsi Christoph und der Spochtscheff Ruedy ab Kilometer 0 mit ca. 300 anderen Typen in engen Kleider um Platz auf der Strasse geprügelt. Dank der taktischen Begabung des Vizepräsis sowie etwas Drängeln konnten die beiden dann mit einer einigermassen guten Position ins Rennen starten. Der Vizepräsi hat sich jedoch umgehend nach dem Startschuss dazu entschieden, seine Begabung als strategisches Mastermind zu ignorieren und hat sich im ersten Berg vollständig weggeballert. In der anschliessenden Laktatprügelei konnte Christoph den 30. Rang belegen, während sich Ruedy mit etwas Glück den 10. Rang sichern konnte.

Hier noch kurzer Erfahrungsbericht des gestrigen Rennes von Emanuel:

Ein Abnützungskampf, der sich gelohnt hat

Vergangenen Samstag gab ich an der Berner Rundfahrt mein lang ersehntes Saisondebüt. Doch weil meine Formkurve in den letzten Tagen einige Kapriolen durchmachte stand ein Start noch vor Kurzem in der Schwebe. Am Montag der gleichen Woche sprudelte ich nur so von Energie. Es war so einer der seltenen Tage, wo man über eine zusätzliche körperinterne Antriebsenergie verfügt, entfesselt durch die Gegend fährt, immer schön schnell die Berge hoch, in der Fläche Tempo bolzen kann und das ganze ohne Ermüdungserscheinungen. Klar hatte ich auf dieser Tour ein Grinsen im Gesicht, klar war das eine perfekte Motivationsspritze für die am Samstag stattfindende Berner Rundfahrt. Was sich da in meinem Kopf abspielte und dies meinen Hormonhaushalt beeinflusste muss ich wohl nicht näher beschreiben. Nur so viel: „Gegner, ihr müsst euch warm anziehen“, dachte ich mir!

Doch innert zwei Tagen bin ich vom Leistungshoch in ein Leistungstief gefallen: Magen-Darm-Grippe. Den Mittwoch verbrachte ich im Bett statt nochmals ein Tempo-Training zu machen. Ich war mir sicher, die Berner Rundfahrt kann ich mir ans Bein streichen. Doch so düster war es dann doch nicht. Dank schneller Genesung fühlte ich mich wieder renntauglich. Auch wenn noch nicht ganz bei 100%: Die Anreize zu fahren waren einfach zu gross: Schliesslich fährt da ein Fabian Cancellara mit, ich kann mich erstmals (zusammen mit Christoph und Ruedy) im neuen VCP Outfit an einem Rennen präsentieren und mit etwas Glück liegt sogar eine gute Platzierung drin.

15:45 begab ich mich dann mit ca. 200 anderen rennhungrigen Gümmelern auf die Strecke. Unfallfrei durchkommen und am Anfang vom Feld nicht eingeklemmt zu werden, um bei einer möglichen frühen Attacke nicht den Anschluss an die Spitze zu verlieren, waren für mich die wichtigsten Ziele. Die Nervosität war bei den Fahrern zu spüren und entsprechend wurde am Anfang hektisch um Positionen gekämpft. Das hatte zur Folge, dass bereits auf dem 1. Kilometer ein Fahrer aufgrund einer Auffahrkollision zurückgebunden wurde und entsprechend ausgerufen hat. Selber ausrufen musste ich nur kurz nach dem 1. Bergpreis, als mir ein Fahrer mit Startnummer 169 etwas gar frech und denkbar knapp von rechts überholte. Wie sich später herausstellte, war das der gute Thomas, ein netter Kollege von Christoph…. Aha, ok, ich nehme es zur Kenntnis. Damit ist auch klar: Das Sozialverhalten eines Fahrers im Renngeschehen widerspiegelt nicht zwingend seine Charaktereigenschaften.

Auf dem Weg zum 2. Bergpreis formierte sich zusammen mit mir und Cancellara eine Spitzengruppe. Weil aber leider nicht alle Fahrer kooperativ waren, war das Tempo bescheiden und etliche zuvor abgehängte Fahrer fanden wieder den Anschluss. Auf der 3. Runde hoch zum Frienisberg musste ich kämpfen, um dranzubleiben, fand aber kurz vor dem Bergpreis den Anschluss an die Spitzengruppe mit Cancellara. Später auf einem leicht abschüssigen Abschnitt Richtung Aarberg gab es für mich nochmals eine kritische Situation, wo ich den Anschluss beinahe verpasste. Weil sich Krämpfe in den Waden und Oberschenkeln bemerkbar machten, gab ich mich zufrieden einfach mit dieser Gruppe ins Ziel zu kommen, denn mehr lag nicht drin.

Ein Dank möchte ich noch unserem Tuning-Experte Ivo Chiavi aussprechen, der mir freundlicherweise sein qualitativ hochwertiges Hinterrad zur Verfügung stellte und schon zuvor mein Rennrad insbesondere das Gewicht betreffend aufgewertet hat.

Nach diesem Rennen fühlte ich mich kaputt wie schon seit langem nicht mehr, die Teilnahme hat sich aber sicher gelohnt. Jetzt ist erstmal Erholung angesagt und sich nachher für die bevorstehenden Bergrennen vorbereiten. Bereits am 14.05 steht der Berg-Klassiker Silenen-Amsteg-Bristen auf dem Programm, das ich als Standortbestimmung für das Gempen Bergzeitfahren nutzen möchte. Zeigen wir den Urnern, dass wir Basler auch Radfahren können!

Die vollständigen Resultate findet ihr hier.

Die 300 anderen Typen

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